SHG "Deine (Groß-)Eltern bei der Stasi?" DGESt

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Ruth Hoffmann schrieb uns diesen Brief:


Liebe Stasikinder,

(ihr wisst hoffentlich, dass diese Anrede in keinster Weise abfällig gemeint ist – im Gegenteil…)

Wie gern wäre ich heute in Berlin, um bei dem Treffen mit Professor Freyberger dabei zu sein, vor allem aber, um euch alle endlich einmal kennenzulernen! Aber schon als Manuela mir damals den Termin nannte, war ich skeptisch: Er liegt leider mitten in den Schulferien, und es ließ sich bei uns einfach nicht anders einrichten, als in der zweiten Woche wegzufahren (was wir alle gerade sehr nötig haben…). Ich hoffe, ihr habt dafür Verständnis. Ich verspreche, so bald wie möglich zu einem eurer Treffen zu kommen. Ich bin im Moment nur einfach noch nicht wieder so flexibel wie ich es gern wäre – mit einem Schul- und einem Kleinkind und einem Mann, der zurzeit beruflich öfter unterwegs ist. Aber ich habe mir schon alle kommenden dritten Donnerstage im Kalender eingetragen und bemühe mich, bald einen davon konkret festzuklopfen, ok?


Ich finde es großartig, dass es euch als Gruppe gibt! Was ihr da macht, ist mutig und unheimlich wichtig – nicht nur für euch, sondern für die ganze Gesellschaft. Ich hoffe sehr, dass euer Beispiel auch in anderen Städten Schule macht, denn ich bekomme immer wieder Post von Betroffenen, denen es hilft zu sehen, dass sie mit ihren Fragen, ihrer Scham und ihren oft traumatischen Erlebnissen nicht alleine dastehen. Ich bin überzeugt davon, dass das Thema relevant ist und bleibt, und ich werde mich weiterhin dafür einsetzen, dass es die Öffentlichkeit bekommt, die es verdient. Nicht zuletzt, weil jede Veröffentlichung wieder neue „Kinder“ auf die Spur bringt, sich mit anderen Betroffenen zusammenzutun und Mut macht, sich mit ihrer Vergangenheit auseinanderzusetzen. Falls ihr also Ideen habt, was man in dieser Richtung noch machen könnte: immer her damit!

 

Am 29. März bin ich übrigens in der Landesvertretung Sachsen-Anhalt in Berlin bei einer Podiumsdiskussion zum Thema „Lebenswelt der Stasi“. Mit dabei ist der Historiker Jens Gieseke, einer der Experten zur Stasi überhaupt. Er hat mir als ich damals am Buch arbeitete mit Engelsgeduld meine Fragen beantwortet. Möglicherweise kommt sogar Roland Jahn. Also wenn ihr Lust habt, kommt doch vorbei – um 19.00 Uhr geht es los. Ich würde mich sehr freuen! Die Adresse ist: Luisenstraße 18.  

 

Und jetzt wünsche ich euch einen interessanten Nachmittag mit Professor Freyberger und Frau Schmidt! Manuela hat erzählt, dass sich auch einige von euch als Gesprächspartner für die Studie zur Verfügung gestellt haben – großartig!

 

Bis hoffentlich ganz bald, seid lieb gegrüßt, ganz herzlich aus Hamburg:

Ruth