SHG "Deine (Groß-)Eltern bei der Stasi?" DGESt

Wir suchen Antworten

 

Anders Denkende sind oft ganz anders, als wir denken. 

(Autor: Ernst Ferstl)

Schön, dass Sie uns besuchen

 

 

 

Herzlich Willkommen 

auf unserer Homepage. Wir sind Stasikinder, oder haben bzw. hatten nahe Verwandte, die beim MfS der DDR als Hauptamtliche oder inoffizielle Mitarbeiter tätig waren. Unter uns sind auch Stasikinder, die später selbst beim oder für das MfS gearbeitet haben. Möchten auch Sie unsere Gruppe bereichern?

Auf der Seite "Kontakt zu uns" finden Sie alle Möglichkeiten dazu. Wir freuen uns auf Sie.

Lange genug, oder besser zu lange haben wir mit unserem Schicksal gehadert.

Damit ist jetzt SCHLUSS !

Ängste und Schuldgefühle bekämpfen, erworbene Unsicherheiten im Umgang mit der Stasivergangenheit überwinden, um endlich frei zu sein.

Haben Sie den Mut gefunden, sich Ihrer Vergangenheit zu stellen, vielleicht auch schon Akteneinsicht genommen und/oder ringen nun mit der Erkenntnis als (Enkel)Kind eines Stasimitarbeiters oder eines IM`s aufgewachsen zu sein?

Warum können Sie nicht lieben wie andere?

Herrschten bei Ihnen Kälte, Befehlston und Mangel an Zuwendung und Liebe in Ihrer Kindheit?

Weshalb haben Sie alles geglaubt und warum haben Sie keine Fragen gestellt?

Sie suchen auch nach Antworten auf diese Fragen?

Warum schweigen Ihre Familienangehörigen zu diesen Fragen? Wir suchen gemeinsam nach Antworten.

Die Palette von Fragen ist sehr vielschichtig.

Haben Sie Mut und kommen Sie zu uns! Hier finden Sie den ersten Schritt auf einen Klick.

Mit diesem QR-Code gelangen Sie auch hierher:




Unsere SHG versteht sich als Plattform, wo wir uns offen über unsere Kindheitserfahrungen austauschen können. Viele von uns tun dies hier zum ersten Mal. Die meisten von uns entdeckten im Buch von Ruth Hoffmann: „Stasikinder – Aufwachsen im Überwachungsstaat“ viele Parallelen zum eigenen Erleben. Initiiert wurde unsere Gruppe im Jahr 2014 durch Manuela Keilholz und im Mai 2015 fand mit Hilfe der tatkräftigen Unterstützung und Begleitung des Psychotherapeuten Herrn Scherdin-Wendlandt, die erste Gruppenstunde statt. Beiden gilt unser besonderer Dank.

Der Erfahrungsaustausch, das Reden und gegenseitige Zuhören, sind momentan für uns von zentraler Bedeutung. Von frühester Kindheit an mussten wir lernen, über alles zu schweigen, was die Tätigkeit unserer Eltern bei der Staatssicherheit betraf. Es war ein ungeschriebenes Gesetz, dass wir mit unseren Eltern nicht darüber sprachen und stand meist ohnehin unter Strafe, Fragen hierüber zu stellen.

Wir wuchsen in einem familiären Umfeld auf, welches von übergroßem Misstrauen uns Kindern gegenüber, aber auch sämtlichen Außenstehenden geprägt war. Emotionale Bedürfnisse hatten hier keinerlei Bedeutung, sondern wurden abgewertet oder bestraft. Der Kontakt zu Freunden wurde entweder komplett verwehrt oder stark reglementiert. Die meisten wuchsen isoliert und abgeschottet auf, ohne auf Unterstützung durch Außenstehende hoffen zu können.

Zugleich waren wir einem ungeheuren Leistungsdruck ausgesetzt, da unsere Eltern stets tadelloses Verhalten und Höchstleistungen in Schule, Sportvereinen oder auf der Arbeit verlangten. Wir wurden somit als Kinder systematisch zum Handeln im Dienste der Stasi instrumentalisiert.

Diese belastenden Kindheitserfahrungen hatten für jeden von uns unterschiedliche Auswirkungen. Manche unterwarfen sich dem ungeheuren Druck, andere rebellierten dagegen oder brachen bereits in jungen Jahren zusammen. Doch bei allen hinterließ dieses freudlose, resignierende Funktionieren deutliche Spuren. So fehlt z.B. vielen von uns der Zugang zur eigenen Gefühlswelt oder die Fähigkeit, unseren Emotionen Ausdruck zu verleihen. Stattdessen reagieren überdurchschnittlich viele in belastenden Situationen mit psychosomatischen Reaktionen. Früh erlerntes Misstrauen führt zu Beziehungsschwierigkeiten, der gnadenlose Leistungsdruck zur permanenten Überforderung am Arbeitsplatz. Einige Teilnehmer wurden bereits krankheitsbedingt erwerbsunfähig, andere erleben ihre Problematik als derart gravierend, dass sie diese als lebenslange Beeinträchtigung bezeichnen.

Der gegenseitige Austausch in der Gruppe kann uns helfen, unsere Isolation zu überwinden und das Schweigen zu beenden. Viele erleben hier zum ersten Mal, dass sie mit ihrem Schicksal nicht allein sind. Wir können lernen uns zu öffnen und belastende Erlebnisse und Emotionen zu benennen. Gegenseitige Tipps können uns helfen, mit Schwierigkeiten im Alltag besser umzugehen oder auf psychosomatische Reaktionen zu achten. Wir können uns gegenseitig helfen, Entwicklungsdefizite auszugleichen.

Derzeit erarbeiten wir uns neben unserer Plattform noch weitere Ziele. So möchten wir z.B. in Zukunft Referenten gewinnen, die uns bei Problemen mit der Akteneinsicht über die BSTU oder auch gern zu andern Themen behilflich sein können. Wir freuen uns über jeden Interessenten, der uns bei unserer Arbeit unterstützen kann. Ganz besonders willkommen sind uns neue Mitglieder mit einem ehrlichen Interesse an Aufarbeitung.

Autoren sind unsere Gruppenmitglieder: Susanne und Torsten.